Tutorial – Weihnachtsbaum-Teppich

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Ich hatte es auf Instagram angekündigt – und hier ist nun mein erstes Tutorial: ein Weihnachtsbaum-Teppich in Herringbone-Muster!

Der Anstoß endlich mal einen zu nähen kam von Astrid (Instagram und Webseite), nachdem ich im Oktober ihre wunderschönen Exemplare auf Instagram gesehen hatte.

Für dieses Tutorial habe ich mich an die Anleitung von EvQuilts gehalten und gebe euch noch meine Tipps und Erfahrungen mit. Los geht’s!

Level: Fortgeschrittene

Diese Anleitung ist für Fortgeschrittene geschrieben, da ich nicht auf einzelne Methoden im Detail eingehe. Grundsätzlich sind die Techniken aber auch für Anfänger geeignet, ihr müsstet euch nur an anderer Stelle die entsprechenden Infos zusammensuchen. Wo möglich, habe ich direkte Links zu guten Blogposts eingebaut.

Das Herringbone Muster wird mit der „Quilt As you Go“ Methode genäht. Wenn ihr diese Methode noch nicht kennt, schaut euch diesen Post von Spulentango an. Bitte beachtet, dass wir bei diesem Projekt den Rückseitenstoff nicht direkt mit quilten.

Wenn ihr kein Herringbone-Muster wollt oder schneller fertig werden wollt, könnt ihr mit der Vorlage auch einfach direkt den Stoff ausschneiden. Ihr überspringt dann die Schritte zu den Herringbone-Streifen / Quilt as you Go und steigt nach dem Zuschnitt direkt beim Zusammennähen der Panele ein. Ein paar Ideen für noch ganz andere Weihnachtsbaum-Decken habe ich auf diesem Pinterest-Board für euch zusammengestellt.

Meine Stoffauswahl

Stoffverbrauch

  • Wenn ihr einen größeren Durchmesser wollt verlängert die Vorlage außen entsprechend und passt die Größe des Batting auch entsprechend an.
  • Oberseite: Für einen Teppich in der Größe der Vorlage braucht ihr ungefähr 3 m Stoff in voller Breite. Wie viele verschiedene Stoffe es sein sollen könnt ihr selber entscheiden, je nachdem wie „wild“ oder „ruhig“ das Herringbone Muster aussehen soll. Unter dem Hashtag #starbursttreeskirt findet ihr viel Inspiration.

Wichtig: Die Stoffe sollten WOF (=width of fabric, also in voller Stoffbreite) sein und keine Fat Quarter, damit die Streifen ausreichend lang sind um quer über das Batting zu reichen.

Achtet außerdem auf die Farbintensität eurer Stoffe, es sollten nicht ausschließlich dunkle oder helle Stoffe sein, sonst kommt der Herringbone nicht gut zur Geltung.

  • Rückseite: ca. 2 m, in jedem Fall groß genug, um einen Kreis von 50 inch (ca. 120 cm) Durchmesser zu bedecken.
  • Binding: 6 m, den Verschluss mit eingerechnet. Da es ein Kreis ist nutzt am Besten echtes Schrägband, also keine Reste von Quilt-Einfassungen.
  • Batting / Füllung: Zwei Reststücke von ca. 25 inch x 70 inch.

Zuschnitt:

Schneide für das erste Panel Deinen Stoff in verschieden breite Streifen, ca. 2“ bis 3,5“. Schneide nicht gleich alles auf einmal zu, sondern probiere beim ersten Panel erst einmal aus, welche Breiten Dir gut gefallen und schneide erst danach weitere Streifen zu.

Ich habe die gemusterten Streifen immer 3″ breit zugeschnitten, die Uni-Stoffe in einem Mix aus 2″, 2,5″ und 3″.

Der erste Zuschnitt der Streifen (ich habe nicht alle auf einmal geschnitten)

Quilt As You Go:

Ich gehe in folgendem davon aus, dass ihr mit der Methode vertraut seid und werde nur auf die Besonderheiten für dieses Muster und den Teppich ein. Schaut euch bitte diesen Blogpost von Spulentango an wenn ihr die Technik noch nicht kennt.

Die Streifen werden mit der QAYG Methode diagonal auf das Batting-Stück genäht (ohne Rückseitenstoff!) Ich habe darauf verzichtet, die Streifen direkt zu quilten, weil der Rückseitenstoff ja auch noch mit dem Oberteil verquiltet werden muss und mir das dann zu steif geworden wäre.

 

Zwei Streifen rechts auf rechts auf das Batting legen, mit 1/4″ Nahtzugabe nähen…

 

…aufklappen und fertig. So geht’s dann immer weiter.

Nähe immer weiter, bis das Batting komplett mit Streifen bedeckt ist. Da wir keinen Rückseiten-Stoff verwenden und auf einem relativ großen Stück Batting nähen kann es passieren, dass es sich verzieht oder die Streifen sich etwas krümmen. Versuche das einfach durch geschicktes Platzieren des nächsten Streifens zu überdecken. Sobald wir die Panele zuschneiden wird man solche Unregelmäßigkeiten kaum noch sehen.

 

Das Batting muss man anfangs in der Nähmaschine „einrollen“, ähnlich wie beim Quilten eines richtigen Quilts.

Nun wird das zweite Batting-Stück mit Streifen bedeckt. Achte darauf, dass die Streifen jetzt entgegengesetzt diagonal zum ersten Teil verlaufen müssen!  (ich spreche hier aus leidvoller Erfahrung, deswegen ist auf dem Foto auch nur ein Batting-Stück zu sehen…)

 

Das erste Panel mit Streifen – das zweite muss entgegengesetzt diagonal verlaufen!

Zuschnitt Panele

Nun werden die Panele für den Teppich zugeschnitten. Legt dafür die Vorlage auf das eben genähte Streifen-Element und schneidet daran entlang (die Nahtzugabe ist in der Vorlage enthalten). Wechselt die Richtung der Vorlage beim Zuschnitt, dann bekommt ihr 9 Teile aus jedem Streifen-Element.

Ihr könnt auch noch den Winkel anpassen, in dem ihr die Vorlage auf die Streifen legt und damit beeinflussen, wie spitz der Winkel des Herringbone ist. Prüft vorher nur, dass ihr auch tatsächlich ausreichen Panele aus dem Element zugeschnitten bekommt.

Nähen der Oberseite

Nun geht es schon ans Design. Legt die zugeschnittenen Teile aus und probiert solange herum, bis euch das Layout gefällt und näht sie mit ¼“ Nahtzugabe zusammen. Ich habe immer zwei Teile zusammengenäht und dann diese Paare miteinander verbunden um nicht die ganze Zeit zu viel Stoff an der Maschine handeln zu müssen.

 

Bei diesem Foto hat sich ein Fehler eingeschlichen 😉 Deswegen habe ich das Design auch noch einmal verändert…

Nicht vergessen: Eine Seite bleibt offen! Also keinen komplett geschlossenen Kreis nähen.

Die Nahtzugabe sollte auseinander gebügelt werden.

Basting / Heften

Ich habe den Rückseitenstoff (wie bei einem „normalen“ Quilt auch) mit der rechte Seite nach unten auf den Boden gelegt und mit Klebeband fixiert. Anschließend habe ich die Oberseite mittig platziert und erst eine Kreis-Hälfte mit Sprühkleber an der Rückseite befestigt, dann die andere Kreis-Hälfte.

Das kann man in diesem Fall auch andersherum machen (also den Kreis mit der Rückseite nach oben auf den Boden legen, diesen mit Sprühkleber besprühen und dann den Rückseitenstoff befestigen). So kann man vermeiden, dass auf dem Rückseitenstoff zu viel Sprühkleber landet.

Der Rückseitenstoff wird nun zurückgeschnitten. Die große Öffnung würde ich an dieser Stelle noch nicht einschneiden, weil man dadurch noch etwas mehr Stabilität hat.

 

Lasst ca. 3-5 cm Überhang vom Rückseitenstoff, das erleichtert das Quilten.

Außerdem solltet ihr einmal am Rand knappkantig absteppen.

Quilting

Nun könnt entscheiden, ob und wieviel ihr noch quilten wollt. Ich habe das nicht gemacht, hauptsächlich aus Zeitgründen, aber auch weil ich einen relativ weichen Fall haben wollte. Ich habe lediglich die Streifen „in the ditch“ (verdeckt in der Nahtzugabe) gequiltet um den Rückseitenstoff mit der Oberseite zu verbinden.

 

Der fertig gequiltete Teppich.

Wenn ihr mit dem Quilten fertig seid schneidet den Rückseitenstoff zurück und die Öffnung auf. Ich habe das mit der Schere gemacht, es geht aber natürlich auch mit einem Rollschneider.

Binding

Ich habe für die Einfassung gekauftes (also schon fertiges) Schrägband verwendet. In diesem YouTube Video seht ihr, wie man Schrägband mit einem einfachen Trick aus Webware selber machen kann (nur zwei Nähte! Habe ich selber auch schon so gemacht, funktioniert einwandfrei!).

Zuerst wird die Öffnung auf jeder Seite eingefasst.

 

Die fertig eingefassten Seiten der Öffnung

Anschließend wird die kleine Öffnung innen und dann den äußeren Kreis eingefasst. Ich habe dabei an jedem Ende einen Überhang gelassen, der dann als Verschluss genutzt werden kann.

 

Lasst am Anfang und Ende der Rundung einen Überhang vom Schrägband hängen

Wenn ihr das Schrägband an der anderen Seite anbringt / schließt, schneidet es an den Enden spitz zu…:

… faltet die Spitze dann nach innen,…:

 

Die Spitze nach innen falten und das Schrägband dann schließen.

… näht das Schrägband zusammen und dann direkt weiter auf der Decke.

Bei dieser Methode ist es einfacher die Enden des Schrägbandes zu versäubern, also die Enden „verschwinden zu lassen“.

Wenn euch diese Art des Verschlusses nicht gefällt, kann man natürlich auch Bänder anbringen, ggf. auch noch ein drittes in der Mitte. Dann müsstet ihr eben nur daran denken, das Schrägband an den Ecken zu versäubern.

Und das war es auch schon! Der Weihnachtsbaumteppich ist fertig!

Viel Spaß beim nachmachen und bei Fragen meldet euch gerne, am Besten per E-Mail: friederike@dasquiltkollektiv.de .

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