Quilt-Fotografie Teil 2: Hintergründe

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Wir alle haben uns wahrscheinlich schon einmal den einen oder anderen Blog-Beitrag zum Thema „Quilt Fotos“ durchgelesen. Gerade auf den Blogs oder Instagram-Accounts sieht man perfekt belichtete Bilder und tolle Kompositionen mit einem hohen Wiedererkennungswert. 

Braucht jeder, der soziale Netzwerke nutzt oder einen Blog hat perfekte Fotos mit hohem Wiedererkennungswert? Nein. Gerade in unserer kleinen Ecke in Instagram und der Blog-Welt geht es viel mehr um den Austausch und um die Kontakte zu Gleichgesinnten. Aber wir sind eben auch eine Gruppe unglaublich kreativer Menschen und einigen macht es vielleicht genauso viel Spaß schöne Fotos zu machen und den Feed oder Blog damit hübsch zu gestalten.

Mir geht es bei diesen Erläuterungen also gar nicht um lange Ausführungen zur perfekten Belichtung, Kameras, Ausrüstung, sondern um hoffentlich praktikable Tipps für den Näh- und Instagram-Alltag. Deswegen gehe ich auch explizit auf Tipps für Fotos mit dem Smartphone ein, denn das wird für den Großteil von uns die hauptsächliche Kamera in Benutzung sein. 

Überblick

Um die einzelnen Beiträge nicht zu überladen, teile ich das Thema in zwei Teile auf. Hier der grobe Überblick der Beiträge:

Teil 1: Belichtung: Sonnenlicht, Lampen, Blitz, Schattenwurf, Fokus / Belichtung der Kamera und… Wie halte ich das Handy? : Verzerrte Perspektive, Drittel-Regel

Teil 2: Hintergründe: Blöcke & Work in Progress, Fertige Quilts, Quilt in Benutzung

Für die Beispielfotos habe ich in meinen Archiven gewühlt aber auch einige Beiträge aus Instagram eingefügt, die mir in den letzten Monaten zu diesem Thema aufgefallen sind. Ihr seht dadurch direkt, wer die Aufnahmen gemacht hat.

Teil 2: Hintergründe

Der Hintergrund kann viel zu einem schönen Foto beitragen. Dabei hängt es bei uns natürlich auch davon ab, was wir gerade fotografieren (und wieviel Zeit wir haben…). Ich nehme mal die zwei häufigste Beispiele: Blöcke / Work in Progress und fertige Quilts. 

Blöcke & Work in Progress

Ich bin dazu übergegangen einzelne Blöcke meistens mit Washi-Tape an die Wand zu hängen und dort zu fotografieren. Wenig spannend, aber schnell. Eine Wand, auch gerne fabrig, mit guter Belichtung durch Sonnenlicht findet sich schnell und das Bild ist ohne viel Aufwand fertig und gepostet.

Diese allseits beliebte Pinnwand aus Schweden bietet sich auch super als einfacher Hintergrund an:

Oder ihr nutzt einfach den Fußboden als Hintergrund. Wir haben graphitgraue Fliesen im ganzen Haus (auch hier eine starke Hass-Liebe meinerseits…), aber für ein schnelles Foto von oben ein wunderbarer Kontrast.

Wenn ihr keine passende Ecke finden könnt, euch ein einheitlicher Hintergrund aber helfen würde bietet sich auch ein kleines „Foto-Studio“ Setup an. Einfach zwei Spanplatten mit Folie aus dem Baumarkt bekleben (die Auswahl an Hintergründen ist endlos), rechtwinklig zueinander an einem gut belichteten Ort aufstellen und drauf los fotografieren. Als Beispiel habe ich hier einmal ein Instagram Foto von Ingrid von Joe, June and Mae eingefügt:

Zweite Möglichkeit: Embrace the mess! Ich habe einige Mal versucht ein perfektes „Flat Lay“ zu machen, also Gegenstände, die in irgendeiner Beziehung zum Objekt stehen (gleiche Farbe, benutztes Zubehör, Stoffe usw.) perfekt um den Block zu drapieren. Manchmal sieht es ganz okay aus:

… und manchmal einfach nur gezwungen (wie ich finde…):

Achtet stattdessen Mal darauf, wie euer Arbeitsplatz während des Nähens aussieht. Häufig ergeben sich dadurch sehr schöne Schnappschüsse. Da muss das Licht auch nicht perfekt sein: direkter Sonneneinfall oder heimeliges Lampenlicht bei Nacht können wunderbare Stimmung verbreiten. 

Detailaufnahmen

Geht einfach mal gaaaaaanz nah dran. Näher. Noch näher! Und nein, nicht das fertige Bild entsprechend zuschneiden, sondern beim Fotografieren. Solche Aufnahmen sehen mit einer „echten“ Kamera richtig, richtig toll aus, aber Smartphones machen da auch schon Konkurrenz. Wenn es nicht mehr scharf stellt, geht einfach ein bisschen zurück und schneidet das Bild anschließend zu. Aber versucht so nah wie möglich an das Objekt heranzugehen.

Versucht auch hier mal das Handy auf den Kopf zu stellen und damit die Position der Kamera zu verändern. Wie im vorherigen Post beschrieben halten wir die Kamera meistens instinktiv auf Höhe unseres Gesichts, aber dadurch kann sich das Bild verzerren. Dreht die Kamera mal in alle möglichen Positionen und schaut, was dabei herauskommt. 

(solltet ihr durch diese Verrenkungen den Auslöser auf dem Bildschirm nicht mehr erreichen können: bei vielen Handys kann man den Auslöser auch auf eine der seitlichen Tasten legen (laut/leise) oder man stellt den Selbstauslöser ein).

Fertige Quilts

Wie ich unter „Perspektive“ schon kurz beschrieben habe ist es nicht einfach ganze Quilts zu fotografieren. Man hat nicht immer Zeit und Ressourcen (sprich willige Freunde oder Familienmitglieder), um mitsamt dem Quilt einen malerischen Ausflug für das perfekte Quilt-Foto zu machen.

Was ich für mich auch erst lernen musste (bzw. der kleine aber laute Perfektionist in mir), ist dass man auch wunderbar mit dem Arbeiten kann, was man direkt vor der Haustür hat. Mit kleineren Quilts geht das natürlich am Besten, weil man die auch mal an einen Zaun hängen kann.

Der Gartenzaun in unserer alten Wohnung

Ich habe Quilts auch schon auf Spielplätze mitgenommen oder zu Treffen mit Freunden. So wechselt der Hintergrund und man hat direkt Helfer zum Quilt halten. 

Ja, das ist ein Spielplatz 🙂

Zugegebenermaßen wohnen wir eher ländlich und dementsprechend sind meine Hintergründe auch recht grün. Aber ich kann mir eine lange Straßenflucht in der Stadt auch sehr gut als Hintergrund vorstellen, oder eine Grafitti-Wand, ein schöner Hauseingang, eine Straßenflucht… Scot Culley hat seine Quilts auf diese Art ganz großartig in Szene gesetzt:

Wenn ein williger Quilt-Halter fehlt kann ich diese Klemmen bzw. Federzwingen empfehlen: (wolfcraft FZ 60 Federzwinge 3631000 | Kleine Klemme zum Fixieren des Werkstücks mit einer Spannweite von 60 mm | Bedienung mit nur einer Hand möglich: Amazon.de: Baumarkt). Damit kann man die Quilts wunderbar an Zäunen Türen oder anderen Stangen befestigen.

Wer noch einen Schritt weiter gehen will, kann sich zusätzlich auch noch ein solches Gestell zulegen, um die Quilts daran zu befestigen: UTEBIT 5x7ft Hintergrund Höhenverstellbar 1.5x2m: Amazon.de: Kamera

Quilt in Benutzung

Neben einem Foto von der ganzen Vorder- und Rückseite können auch Fotos von drapierten Quilts oder Oberteilen einiges hermachen. 

Über eine Tür hängen, einen Stuhl, die Nähmaschine… alles, was das Oberteil oder den Quilt festhält. Hier gilt auch: ausprobieren! Das Drapieren sieht nur vermeintlich zufällig aus und einen echten Schnappschuss von einem Quilt in Benutzung zu erhaschen ist Glücksache.

Eine andere schöne Art den Quilt zu zeigen ist es, ihn auf dem Boden etwas „zerknautscht“ auszulegen und von oben oder schräg zu fotografieren. Das fertige Foto lässt sich anschließend auch noch gut zuschneiden um den Fokus auf besondere Ausschnitte zu legen. Hier das unbearbeitete Original-Bild:

…und hier der fertige Ausschnitt mit Nachbearbeitung:

Wenn man nicht so gerne auf Stühle oder Leitern klettern möchte, kann man auch einfach schräg von der Seite fotografieren. Durch die Falten im Quilt ergeben sich so wunderbare Schattenwürfe:

Man kann den Quilt auch geschickt falten um mehr von den verschiedenen Farben und Designs in den Fokus zu rücken. Das Foto kann man anschließend auch noch zuschneiden, damit bestimmte Ausschnitte in den Fokus rücken. Hier das Original Bild um den Aufbau zu zeigen:

…und hier ein der fertige Bildausschnitt:

Was immer geht: Babys on Quilts. Da kann einfach nichts schief gehen! 

Sowieso ist ein Quilt mit dem glücklichen Empfänger ein wertvoller Schnappschuss und eine wunderbare Erinnerung.

Ein gerollter Quilt oder gefalteter rückt das Binding in den Fokus. 

Grundsätzlich ist es hier auch so ähnlich wie ich bei den Blöcken / Work in Progress Foto schon geschrieben habe: Embrace the mess! Haltet einfach mal die Augen offen wenn das Quiltoberteil oder der noch nicht eingefasste Quilt irgendwo an eurem Nähplatz liegt. Manchmal ergibt das sehr schöne Schnappschüsse! 

Üben, üben, üben

Der letzte Tipp ist wie immer: Übung macht den Meister! 

Aber auch: Das Leben ist zu kurz, um es an das perfekte Foto zu verschwenden. Das ist unser Hobby, Instagram nur eine App und das Leben geht auch weiter, wenn man keine perfekten Fotos postet sondern einfach nur stolz wie Bolle seine Werke vorzeigen möchte.

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6 Antworten

  1. Sehr schöner Beitrag, danke dafür!
    Der letzte Absatz hat mir besonders gut gefallen,
    ja, wir tun unser Bestes, aber lasst es bloß im Rahmen bleiben!

  2. Ein toller Post. Das Thema hab ich auch immer auf dem Schirm, weil mir meine Fotos oft nicht gefallen. Dankeschön!
    Heike

    1. Sehr gerne! Wie ich ja auch geschrieben habe, soll man sich „nur wegen der Fotos“ nicht stressen, aber wenn man Spaß daran hat und gerne besser werden möchte ist es doch schön, wenn ich Dir mit dem Tipps ein bisschen helfen konnte!

  3. Liebe Friederike,
    ein toller Beitrag mit guten Anregungen! Es passt im Moment alles super zusammen 🙂
    Bin gerade fertig geworden mit dem Zuschnitt vom # once quilt und habe dabei deinen Beitrag mit
    Andrea gehört. Nun warte ich sehnsüchtig auf den Postboten, der mir Barbara ’s Paket mit Rückseitenstoff, Vlies und Binding, sowie noch einem Auswahlstoff für die Plusse (?) vorbei bringt, damit ich die endgültige Farbauswahl treffen kann.
    Ich bin auch bei dem Babyquilt geblieben, es erscheint mir ratsam, erst einmal an Diesem das Quilten zu üben, als direkt mit meinem großen 1. Quilt, der hat Pause.
    Ich habe zwar eine Maschine mit großem Durchlass, aber das Handling ist so völlig neu.

    Ein großes Danke und herzliche Grüße
    Brigitte

    1. Herzlichen Dank, liebe Brigitte! Das klingt wirklich nach einem wunderbar abgerundeten QUilt-Erlebnis. Das Internet bietet so viele tolle Ressourcen und Inspiration!

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