Die 1/4 inch Naht – Tipps und Tricks

1-4-inch-nahtzugabe

Mein Patchwork-Fuß ist neulich kaputt gegangen. Wie? Anwenderfehler 🙂 Meine Nähmaschine speichert immer den zuletzt genutzten Stich. Wenn man sie also startet ist nicht der Standard Gradstich eingestellt sondern was auch immer zuletzt benutzt wurde. Grundsätzlich recht praktisch, außer man vergisst es… Welcher Stich auch immer es war, aber er hat sich nicht mit der Öffnung an meinem 1/4″ Fuß vertragen:

Nun habe ich einen neuen Patchwork-Fuß (1/4″ Fuß) und zeige euch damit einmal, wie man einen solchen Fuß nutzt, ob man ihn überhaupt braucht und welche Einstellungen zu einer perfekten 1/4″ Nahtzugabe führen.

Der 1/4 inch Nähmaschinen-Fuß

Braucht man einen 1/4″ Fuß, wenn man Patchwork nähen will? Grundsätzlich nicht. Der Standard Nähfuß hat bei vielen Herstellern entweder Rillen oder ist so gebaut, dass man den Stoff an einer Kante so anlegen kann, dass man eine 1/4″ Naht erhält. Legt einfach mal ein Maßband oder Lineal an euren Nähfuß und prüft, ob ihr euer Standard-Fuß euch diese Möglichkeit bietet.

Mein Standard-Nähfuß: Wenn die Nadelposition in der Mitte ist (also der normale Gradstich eingestellt ist) ist der Abstand von Nadel zu dem roten Streifen 1/4 inch (auf Grund der gebogenen Füßchen ist das auf dem Foto schwer zu erkennen bzw. zu fotografieren).

Trotzdem würde ich sofort jedem Patchwork-Interessierten sagen, dass ein solcher Fuß zur Grundausstattung gehört. Je nach Hersteller sind die Anschaffungskosten selbstverständlich unterschiedlich. Ich habe eine Janome Horizon Memory Craft 8900 QCP und der Fuß hat ca. 15 € gekostet.

Mein 1/4 inch Fuß von Janome hat eine seitliche Führungsschiene

Bei manchen Herstellern hat man die Wahl einen Fuß ohne die seitliche Führungsschiene zu nutzen. Hier beispielhaft von Brother:

Patchwork-Fuß von Brother ohne Schiene

Schaut einfach mal bei eurem Nähmaschinen-Hersteller, welche Möglichkeiten es gibt. Die Füße mit der Schiene finde ich für Anfänger besser, weil man den Stoff akkurater anlegen kann und so auch ohne viel Übung perfekte Nähte schaffen kann.

Auf allen Patchwork-Füßen gibt es noch zusätzliche Rillen oder Kerben, die einem beim Nähen helfen. Diese haben entweder 1/4″ oder 1/8″ Abstände. Legt also ein Maßband oder Lineal an euren Nähfuß und schaut, welche Abstände die Einkerbungen bedeuten.

Mein neuer Fuß hat am Rand Rillen in 1/4″ Abstand:

Der alte Pacthwork-Fuß hatte Linien in 1/8″ Abständen und war durchsichtig. Außerdem konnte man die Schiene am Rand optional abschrauben.

Diese Markierungen helfen beim Nähen von Ecken oder dem genauen Erkennen von Start-/Stopp-Punkten.

Barbara hat das sehr anschaulich an ihrer Bernina Nähmaschine gezeigt: Start der Nähfuss-Serie – Heute: Patchworknähfüsse | Das Mach Ich Nachts (das-mach-ich-nachts.com)

Die Einstellungen an der Nähmaschine

Meine Nähmaschine hat einen 1/4″ Stich:

Oben links seht ihr, dass der Stich „1/4 inch“ eingestellt ist. Dabei wird die Nadel auf die Position 8.3 gebracht (Standard 4.5) und die Stichlänge auf 1.8 verkürzt (Standard 2.4). Wenn ihr so einen Stich nicht habt folgt einfach der Anleitung von Katharina um die richtige Nadelposition zu finden: Tipps & Tricks | Wie du auch ohne Inch-Fuß mit 1/4 Inch Nahtzugabe nähst – greenfietsen.de .

Wenn ihr nun also an eurer Nähmaschine die richtige Nadelposition eingestellt habt (entweder mit einem 1/4″ Stich oder händisch eingestellt), ist es nicht mehr relevant, ob ihr einen normalen Nähfuß oder einen Patchwork-Fuß benutzt. Ihr müsst den Stoff nur noch am Füßchenrand anlegen und habt eine 1/4″ Nahtzugabe.

Hier mein Standard-Nähfuß mit 1/4″ Stich. Ihr seht, dass die Nadel nicht mittig einsticht und dadurch der Abstand zwischen Stoffkante und Nadel 1/4 inch ist.
Hier der Blick von oben auf den Patchwork-Fuß im Einsatz. Die Öffnung des Fußes ist nicht ganz mittig, lässt aber Spielraum für andere Nahtzugaben.
Hier ein seitlicher Blick auf den Patchwork-Fuß: Der Stoff wird an der Schiene entlang geführt und sollte im Idealfall nicht darunter hervorschauen.

Die exakte 1/4 inch Nahtzugabe

Wenn ihr die erste Probenaht mit einem neuen Fuß oder einer neuen Nähmaschine genäht habt, messt unbedingt nach, wie genau die Naht tatsächlich ist.

Auf den ersten Blick scheint es, als wäre die Naht 1/4 inch breit. Bei genauerem betrachten sieht man jedoch, dass eine ganz schmale, kleine Kante unter dem Lineal hervorschaut.

Die Naht ist also etwas breiter als 1/4 inch. Auf einen ganzen Quilt gerechnet kann dieser winzige Streifen am Ende zu ungenauen Nähten führen. Wenn jede Naht 1 mm zu breit ist kann man am Ende einiges an Stoff verlieren und die Nahtpunkte passen nicht aufeinander.

Deswegen verstelle ich meine Nadelposition. Bei dem 1/4″ Stich bedeutet dies, dass ich die Nadelpostion von 8.3 auf 8.6 verstelle (die Nadel also weiter nach rechts verschiebe. Jetzt ist es exakte 1/4 inch Naht:

In englischen Anleitungen heißt das häufig „scant 1/4 inch seam“, also eine knappe 1/4 inch Naht.

Wenn ihr so einen Hinweis seht solltet ihr in jedem Fall noch einmal genau messen und verschiedene Einstellungen ausprobieren. Wenn man nämlich die Naht öffnet und die Nahtzugabe zur Seite bügelt „verliert“ man nochmals Stoff wodurch die fertigen Blöcke kleiner werden. Multipliziert mit den zahlreichen Nähten einer Patchwork-Arbeit kann man zwischen 1/8″ bis 1/4″ Verlust haben.

Ich hoffe, die Tipss helfen euch die richtigen Einstellungen an eurer Nähmaschine zu finden. Wenn ihr Fragen habt meldet euch gerne bei mir (friederike@dasquiltkollektiv.de)! Ich freue mich von euch zu hören!

Fröhliches Nähen!

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